Fragen an einen Hochzeitsfotografen
„Hilfe, wir sind unfotogen!“ – Warum ihr für traumhafte Hochzeitsfotos keine Models sein müsst
Aktualisiert:
Es sind solche und ähnliche Sätze, die ich als Hochzeitsfotograf in München bei vielen Vorgesprächen höre:
„Eigentlich hassen wir es, fotografiert zu werden. Wir sind total unfotogen und wissen nie, was wir mit den Händen machen sollen.“
Wenn ihr euch gerade ertappt fühlt: Willkommen im Club! 99% meiner Paare sind keine professionellen Models. Und wisst ihr was? Das ist genau der Grund, warum Bilder so authentisch werden.
In diesem Artikel verrate ich euch, warum „Posen“ nicht sein muss und wie wir Bilder erschaffen, auf denen ihr euch wirklich mögt – ganz ohne verkrampftes Lächeln.
Inhaltsangabe:
Auf einen Blick: Das Geheimnis natürlicher Fotos
Für alle, die Angst vor der Kamera haben – hier sind die Fakten:
- Bewegung statt Starre: Gute Bilder entstehen, wenn ihr lauft, tanzt oder euch bewegt. Statische Posen wirken oft künstlich.
- Interaktion: Schaut euch an, nicht in die Kamera. Die Verbindung zwischen euch ist das, was das Bild schön macht.
- Die Aufgabe des Fotografen: Es ist mein Job, das beste Licht und den besten Winkel zu finden, nicht eurer.
- Ablenkung: Wenn ihr beschäftigt seid (z.B. Sekt trinken, Kleid richten), vergesst ihr die Kamera, dann entstehen die besten Schnappschüsse.

Warum ihr glaubt, unfotogen zu sein (und warum das Quatsch ist)
Warum finden wir uns auf Fotos oft schrecklich? Meistens liegt das an schlechten Erfahrungen. Wir erinnern uns an Schulfotos, wo wir auf Kommando „Cheeeese“ sagen mussten, oder an Schnappschüsse mit Blitzlichtgewitter auf einer Party, wo wir halb die Augen zu hatten.
Die Wahrheit ist: Niemand ist unfotogen. Es gibt nur unvorteilhaftes Licht, Winkel und Fotografen, die euch in Rollen drängen, die nicht zu euch passen.
Wenn ihr auf eurer Hochzeit versucht, wie ein Cover-Model der Vogue zu gucken, werdet ihr euch auf den Bildern fremd fühlen. Wenn ihr aber einfach ihr selbst seid – verliebt, lachend, vielleicht ein bisschen aufgeregt, dann strahlt ihr das aus. Und genau das halte ich fest.
Reportage statt Posing: Mein Ansatz als Fotograf
Mein Stil ist die Hochzeitsreportage. Das bedeutet: Ich greife so wenig wie möglich ein.
- Kein: „Stell dich mal dahin, Kinn hoch, Hand an die Hüfte, jetzt lächeln!“
- Sondern: Ich begleite euch. Wenn ihr euch umarmt, drücke ich ab. Wenn ihr über den Witz des Trauzeugen lacht, drücke ich ab.
Die schönsten Bilder entstehen in den „Zwischenmomenten“. In der Sekunde nachdem ihr euch geküsst habt und euch anstrahlt. Oder wenn der Wind kurz den Schleier verweht und ihr beide lachen müsst. Diese Momente kann man nicht stellen. Man kann sie nur sehen.
3 Profi-Tipps für Paare, die „kamerascheu“ sind
Damit ihr euch beim Brautpaar-Shooting (den einzigen 20-30 Minuten, wo wir „bewusst“ Fotos machen) wohlfühlt, habe ich drei einfache Tricks:
1. Bewegung ist der Schlüssel
Nichts ist schlimmer, als stocksteif dazustehen. Deshalb bleiben wir in Bewegung. Ich werde euch bitten, Hand in Hand auf mich zuzulaufen, euch gegenseitig leicht anzuschubsen oder eine kleine Drehung zu machen.
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Der Effekt: Durch die Bewegung lockert sich die Körperhaltung, das Lachen wird echt und die Bilder wirken dynamisch und lebendig.
2. Ignoriert mich (im positiven Sinne)
Mein wichtigster Tipp: Schaut euch an, nicht mich. Euer Partner ist euer „Safe Space“. Wenn ihr euch tief in die Augen schaut (oder euch gegenseitig Witze ins Ohr flüstert), vergesst ihr die Kamera um euch herum. Diese Intimität sieht auf Fotos wunderschön aus.
3. Die „Hände-Frage“ gelöst
„Wohin mit meinen Händen?“ Die Antwort ist einfach: Berührt einander. Legt die Hand auf die Schulter des Partners, haltet Händchen, streicht eine Haarsträhne weg oder haltet den Brautstrauß fest. Sobald die Hände eine Aufgabe haben, sehen sie natürlich aus. Und wenn gar nichts hilft: Hände in die Hosentaschen (beim Bräutigam) sieht super lässig aus!
Die ultimative Generalprobe: Das Kennenlern-Shooting
Wenn eure Angst vor den Fotos wirklich groß ist, empfehle ich euch ein Engagement-Shooting (Verlobungsshooting) vor der Hochzeit.
Wir treffen uns in München, im Englischen Garten oder an der Isar, ganz entspannt in Jeans und T-Shirt. Ihr merkt nach 10 Minuten: „Hey, das tut ja gar nicht weh! Das macht sogar Spaß.“ Am Hochzeitstag seid ihr dann absolute Profis, weil ihr wisst, wie ich arbeite. Das nimmt enorm viel Druck raus.
Fazit: Vertraut mir (und euch)
Euer Job an der Hochzeit ist es, glücklich zu sein. Mein Job ist es, dafür zu sorgen, dass man das auf den Bildern sieht. Ihr müsst nichts „leisten“. Ihr müsst nur „sein“.
Ich kenne meine Kameras, ich sehe das Licht und ich sehe eure Schokoladenseite, bevor ihr es merkt. Also: Atmet tief durch, nehmt die Hand eures Partners und freut euch auf den Tag. Den Rest mache ich.
Habt ihr Lust bekommen, es einfach mal auszuprobieren? Dann schreibt mir! Wir können gerne über ein unverbindliches Kennenlern-Shooting sprechen.
Häufige Fragen von kamerascheuen Paaren (FAQ)
Ich habe Angst vor einem Doppelkinn auf den Fotos. Achtest du darauf?
Absolut. Als Fotograf fotografiere ich Porträts meist leicht von oben – das schmeichelt jedem Gesicht und streckt den Hals optisch. Zudem kann ich euch kleine, unauffällige Anweisungen geben, die Wunder wirken, ohne gestellt auszusehen.
Mein Lächeln sieht auf Fotos immer eingefroren aus. Was tun?
Das passiert nur, wenn man auf Kommando lächeln muss. Das machen wir nicht. Ich bringe euch zum Lachen oder warte auf echte Reaktionen. Ein echtes Lachen erreicht immer die Augen, ein gestelltes Lächeln nur den Mund. Ich drücke nur ab, wenn die Augen mitlachen.
Können wir das Paarshooting auch ganz weglassen?
Theoretisch ja, aber ich rate davon ab. Ihr werdet es in 20 Jahren bereuen, kein einziges schönes Bild nur von euch beiden zu haben. Wir können es aber extrem kurzhalten (z.B. 10-15 Minuten). Das reicht mir oft schon für tolle Ergebnisse, und ihr seid schnell wieder bei den Gästen.
Retuschierst du Hautunreinheiten?
Ja. Bei den Nahaufnahmen (Porträts) entferne ich temporäre Hautunreinheiten (Pickelchen, die vor Aufregung gekommen sind). Muttermale oder Narben, die zu euch gehören, lasse ich natürlich, es sei denn, ihr wünscht es anders. Ihr sollt ja immer noch wie ihr aussehen – nur an einem sehr guten Tag.
Hochzeitsfotograf für München und Umgebung
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Erstveröffentlichung: 28. Dezember 2025 · Letzte Aktualisierung: 28. Dezember 2025
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